Auf Distanz 0008: “SpaceX”

Mehrfach schon schrieb das Unternehmen "SpaceX" Raumfahrtgeschichte, zuletzt erst im April 2016. Diese Folge blickt auf die Geschichte von SpaceX und die Projekte des Unternehmens. Es folgt ein ganzer Schwung von Kurzmeldungen, eine Beschreibung des Merkurtransits und einige Hinweise in eigener Sache. Auch Tipps für andere Podcasts sind diesmal dabei.

Erschienen: 05.05.2016, Dauer: 0:36:54

Titelthema: “SpaceX”

Am 8. April 2016 wurde ein Stück Raumfahrtgeschichte geschrieben. An diesem Tag wurde erste Stufe einer Rakete auf einer schwimmenden Plattform gelandet und blieb intakt.

Im Titelthema geht es um das Unternehmen SpaceX, das dieses Konzept und die Raketen entwickelt hat.

Homepage des Unternehmens SpaceX
Fotos von SpaceX bei Flickr
Wikipedia: SpaceX-Rakete “Falcon 1”
Wikipedia: SpaceX-Rakete “Grasshopper”
Video vom 744m-Flug des “Grasshopper”
Wikipedia: SpaceX-Rakete “Falcon 9”
Wikipedia: SpaceX: Raumschiff “Dragon”
Wikipedia: SpaceX: Autonomous spaceport drone ship (Drohnenschiffe zur Landung)
“Harte Landung” der erste Stufe der CRS-5-Mission auf dem Drohnenschiff
Webcast der ORBCOMM-2-Mission Flug 20 der Falcon 9 am 22. Dezember 2015 mit Landung auf festem Boden
Webcast der CRS-8-Mission mit erfolgreicher Landung auf dem Drohnenschiff
Wikipedia: SpaceX-Rakete “Falcon Heavy (FH)” (englisch)

Kurzmeldungen

Testrakete „ZepHyR“ wurde gestartet

In der letzten Ausgabe berichtet, das Start verschoben wurde. Aber am 16. April gelang der Start. Die Testrakete mit dem neuartigen Treibstoff aus Paraffin und flüssigem Sauerstoff erreichte eine Höhe von 1500 Metern. Weitere Informationen dazu gibt es wahrscheinlich in einer der nächsten Episoden dieses Podcasts.

ZEpHyR-Rakete hebt doch noch ab

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Bigelow Expandable Activity Module (BEAM)

Am 16. April wurde ein neuartiges Modul an die Internationale Raumstation ISS angebracht. Es ist das Bigelow Expandable Activite Module, kurz „BEAM“.
Neu daran ist, dass es ein komprimiertes Gebilde ist, das an der ISS dann aufgeblasen wird. Im zusammengepackten Zustand nimmt es 3,6 m³ Raum ein, nach dem Aufblasen 16 m³. Das Gewicht beträgt rund 1,4 Tonnen. Das Aufblasen soll in der zweiten Maihälfte stattfinden. Das Modul wird zwei Jahre lang getestet. Man möchte wissen, ob es vor kosmische Strahlung schützt, ob es seine Form behält und mehr.

Bigelow Expandable Activity Module (BEAM) (englisch)

Raumsonde Cassini misst interstellaren Staub

Die Raumsonde Cassini bewegt sich nun seit 12 Jahren im Saturn-System und hat nicht nur den Planeten und die Monde untersucht, sondern auch Millionen eisiger Staubpartikel im Raum. Und von diesen vielen Partikeln waren 36 Stück anders als die anderen. Das Ergebnisse: Es ist interstellarer Staub. Schon in den 1990er-Jahren hat die Ulysses-Sonde solchen Staub gemessen, später gefolgt der Raumsonde Galileo.

Der Staub stammt aus einer beinahe leeren Blase aus Staub und Gas, durch die wir uns bewegen. Die Partikel bewegen sich mit 72.000 km/h.

Interstellar dust intercepted at Saturn (englisch)

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Sentinel 1B ist gestartet

Nach mehreren Startverschiebungen wurde am 25. April der Radarsatellit Sentinel 1B vom Raumfahrtzentrum in Kourou gestartet. Sentinel 1B ist ein Radarsatellit und soll mit seinem Zwilling Sentinel 1A Landmassen und Ozeane überwachen und Umweltveränderungen messen. Am 28. April wurde dann bereits das erste Bild gewonnen.

Sentinel-1B: Das zweite Auge der Erdwächter im All

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Satellit MICROSCOPE ist gestartet

Zusammen mit Sentinel wurde ein weitere Satellit gestartet: Er heißt MICROSCOPE. Der Name steht für „MICRO Satellite à traînée Compensée pour l’Observation du Principe d’Equivalence“. Man möchte mit diesem Satelliten das Äquivalenzprinzip überprüfen. Das besagt, dass auf der Erde im Vakuum alle Körper gleich schnell fallen. Dieses Prinzip möchte man mit MICROSCOPE mit bislang noch nicht erreichter Genauigkeit überprüfen.

Am 2. Mai 2016 wurde das Messinstrument an Bord von MICROSCOPE das erste Mal eingeschaltet und die Testmassen freigesetzt. Die wissenschaftliche Mission hat damit begonnen. Mehr zu dieser Mission gibt es in einer der nächsten Folgen dieses Podcasts.

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Weltraumteleskop Kepler sucht wieder nach Exoplaneten

In der letzten Folge berichtete ich, dass das Weltraumteleskop Kepler in den Notfallmodus geschaltet hatte und wieder aus diesem Zustand zurück geholt werden konnte. Seit dem 22. April sucht die NASA mit dem Teleskop wieder nach Exoplaneten, also nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Warum das Teleskop in den Notfallmodus geschaltet hatte, wird noch untersucht. Die Daten lassen ein einmaliges Ereignis vermuten, wodurch das System von Fehlalarmen überschwemmt wurde. Wie auch bei irdischen Computern scheint ein Neustart das Problem behoben zu haben.

Mission Manager Update: Kepler Recovered and Returned to the K2 Mission (englisch)

ExoMars hat neues Betriebssystem

Auch von der ExoMars-Mission gibt es Neuigkeiten. Der Trace Gas Orbiter, der am 14. März 2016 gestartet wurde, hat ein neues Betriebssystem erhalten. Damit möchte man Probleme beheben, die vor dem Start schon bekannt waren. Hätte man das aber vor dem Start noch erledigen wollen, hätte der Start verschoben werden müssen. Das wollte man nicht in Kauf nehmen. So erhielt der Orbiter nun sein neues Betriebssystem in 12 Millionen Kilometern Entfernung.

New OS for ExoMars/TGO (englisch)

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Zweite ExoMars-Mission verschoben

Der zweite Teil der ExoMars-Mission, der eigentlich 2018 starten sollte, wurde verschoben. Genutzt werden soll nun die nächste Startgelegenheit im Jahr 2020. Grund sind Verzögerungen bei den Industriearbeiten in Europa und in Russland sowie bei der Auslieferung der wissenschaftlichen Nutzlast.

Zweite ExoMars-Mission auf nächste Startgelegenheit im Jahr 2020 verschoben

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Älteres Bildmaterial von Rosettas OSIRIS-Kamerasystem freigegeben

Am 4. Mai 2016 wurden über 4000 Bilder vom OSIRIS-Kamerasystem im Internet freigegeben. Das Bildmaterial umfasst den Zeitraum vom 16. September bis zum 19. Dezember 2014. Darin ist auch der 12. November enthalten – der Tag, an dem Lander Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko aufsetzte. Philaes Weg über den Kometen ist auf dem Bildmaterial auch zu sehen.

Rosettas OSIRIS-Bildmaterial freigegeben

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Mond um Zwergplanet Makemake

Im Jahr 2005 wurde am Mount Palomar-Observatorium ein Zwergplanet entdeckt, der später Makemake getauft wurde. Dieses Objekt befindet sich in unserem Sonnensystem, durchschnittlich etwa 45 Mal den Abstand von der Erde zur Sonne von der Sonne entfernt.

Am 26. April wurde bekannt gegeben, dass mit dem Hubble-Weltraumteleskop ein Mond um diesen Zwergplanet entdeckt wurde. Die Aufnahmen wurden bereits im April 2015 gemacht. Man nutzte die gleichen Techniken, die man auch für die Entdeckung von Plutos Monden eingesetzt hatte.

Hubble Discovers Moon Orbiting the Dwarf Planet Makemake (englisch)

Objekt C/2014 S3 (PANSTARRS)

Im Jahr 2014 wurde mit dem Pan-STARRS1-Teleskop ein Objekt entdeckt, dass zunächst als Komet eingeschätzt wurde. Die Umlaufzeit um die Sonne wurde auf 860 Jahre bestimmt. Eine solche Umlaufzeit passt zu einem Kometen aus der Oortschen Wolke. Man merkte aber schnell, dass dieses Objekt anders war. Man konnte dann das Spektrum des Objekts untersuchen und kam zu dem Ergebnis: Es ist ein S-Typ-Asteroid. Diese Objekte sind reflektieren recht viel Licht und bestehen hauptsächlich aus Eisen- und Magnesium-Silikaten.

Wissenschaftler schlussfolgern daraus: Dieses Objekt ist im inneren Sonnensystem entstanden, also auch genauso alt. Dann hat es sich über lange Zeit in die Oortsche Wolke verirrt und kehrt nun tiefgefroren zurück. Ein Gesteinsobjekt aus dieser Gegend könnte interessant sein. Vielleicht kann man Modelle zur Entstehung des Sonnensystems damit überprüfen, wenn man weitere solche Objekte findet.

Einzigartiges Bruchstück aus Zeit der Entstehung der Erde kehrt nach Milliarden Jahren tiefgekühlt zurück

Astronomische Ereignisse

Diese habe ich mit Erlaubnis von Heiko Ulbricht verwendet.
Nachgelesen werden können sie auf der Homepage der Zeitschrift Sternzeit.

Auf Distanz ganz nah

Das “Auf Distanz”-Blog für Meldungen aus Astronomie und Raumfahrt steht nun technisch auf neuen Füßen. Damit wird es nun weitergehen und nach und nach werden neue Funktionen hinzukommen.

Auf Distanz bei iTunes

Herzlichen Dank an “Onkel Matt” für die freundliche Rezension bei iTunes. Ich freue mich, dass man mir meine gelegentliche Nervosität beim Aufnehmen des Podcasts anscheinend nicht immer anhört. 😉

Eine weitere Bewertung wurde von “Qli” geschrieben. Er schreibt, dass er nicht gedacht hätte, dass Raumfahrt und Astronomie ihn so fesseln könnten. Klasse, dass Dir der Podcast gefällt und danke für die Bewertung.

Linktipps

Hinweisen möchte ich auf die Seite wissenschaftspodcasts.de. Hier gibt es die geballte Ladung Wissenschaft auf die Ohren. Wenn ich mich nicht verzählt habe, gibt‘s da im Podcastverzeichnis inzwischen 36 Podcasts aus ganz unterschiedlichen Bereichen und ganz unterschiedlich produziert. Da ist bestimmt für jeden etwas dabei.

Einer der Podcasts dort ist der “Explikator“. Der ist sowieso sehr hörenswert, erscheint von Montag bis Freitag immer frisch und bietet viele unterschiedliche Themen. Besonders hinweisen möchte ich auf die Folge 430 „Planet Neun“. Darin behandelt der Explikator einen noch nicht nachgewiesenen Planeten und die Berichterstattung darüber.

Danken möchte ich dem “Anerzählt”-Podcast für die freundliche Erwähnung in Folge 182. Und diesen Podcast möchte ich auch eben empfehlen: Jede Folge ist durch eine Zahl inspiriert. Und so kommen dort ganz unterschiedliche Themen zusammen, die in kurzen Folgen besprochen werden. Auch hier gibt es von Montags bis Freitags neue Folgen. Eine Hörempfehlung ist zum Beispiel die Folge “167 Petawatt”, die sich mit unserer Sonne beschäftigt.

Diese Episode von “Auf Distanz” beschäftigte sich im Titelthema mit “SpaceX”. Wie erwähnt wurde das Unternehmen von Elon Musk gegründet. Mit dieser interessanten Person hat sich der Podcast “ABCoholics” in Folge E beschäftigt. Wer einen Überblick über Elon Musk und seine Projekte hören möchte, sollte da mal reinhören.

Konferenz “Subscribe

Am Wochenende vom 6. bis zum 8. Mai gibt es in Berlin das “Subscribe“, eine deutschsprachige Konferenz für Podcaster/innen und alle Freunde des Sendens und Empfangens. Ich freue mich darauf, andere Podcaster kennenzulernen oder wiederzusehen.

Bilder zur Episode

Titelbild der Episode

CRS-8 first stage landing
© SpaceX / Public Domain

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